Nutzung des Widerrufsjokers nur noch bis zum 21. Juni möglich

Von dem Widerrufsjoker und dem Ende seiner Nutzung ist aktuell vielfach zu lesen. Die Anwaltskanzlei Schmidt erklärt hierzu die häufigsten Fragen:

Was ist der Widerrufsjoker?

Der Begriff Widerrufsjoker wird insbesondere von Juristen verwendet. Zunehmend findet man den Begriff auch im Zusammenhang mit der Aufhebung eines Vertrags in der Presse. Ein Widerruf gibt die Möglichkeit einen Vertrag rückabzuwickeln. Dies kann auch nach Jahren möglichsein, wenn beispielweise die Widerrufsbelehrung des Vertrages fehlerhaft war. Grund hierfür ist, dass die zweiwöchige Widerrufsfrist nicht zu laufen beginnt, eine fehlerhafte und unwirksame Widerrufserklärung vorliegt. Ein derartig geschlossener Vertrag kann auch nach Jahren noch widerrufen werden. Der Begriff Widerrufsjoker wurde in diesem Zusammenhang erfunden und beschreibt den erläuterten Sachverhalt.

 

Warum wird der Widerrufsjoker verwendet?

Der Widerrufsjoker wird meist dazu angewandt, um aus einem unvorteilhaften Vertrag herauszukommen.

 

Bei welchen Verträgen wird der Widerrufsjoker oft verwendet?

Der Widerrufsjoker wird sehr häufig bei Verbraucherdarlehens- und Verbraucherkreditverträgen verwendet. Hintergrund sind die über die Jahre gesunkenen Zinssätze. Ziel ist es, in den Genuss günstigere Zinssätze als beim Vertragsabschluss zu kommen und alte teure Darlehens- und Kreditverträge nicht weiter bedienen zu müssen. Der Widerrufsjoker wird teilweise auch bei anderen Vertragsarten, bei denen zum jetzigen Zeitpunkt Geld gespart werden kann und eine Widerrufsbelehrung erfolgen muss, verwendet.

 

Was sind die Folgen bei einem erfolgreichen Widerruf?

Ein erfolgreicher Widerruf führt zu einem Rückabwicklungsverhältnis. Das wechselseitig Geleistete und die Gebrauchsvorteile sind zurück zu gewähren.

 

Der Darlehensgeber (die Bank) hat:

  1. einen Anspruch auf die Rückgabe der vollen Nettodarlehenssumme
  2. einen Anspruch auf Nutzungsersatz vom Darlehensnehmer in Höhe des marktüblichen Zinssatzes.

 

Der Darlehensnehmer (der Kunde) hat:

  1. einen Anspruch auf Herausgabe aller Zins- und Tilgungsleistungen,
  2. einen Anspruch auf Nutzungsersatz aus seiner gesamten Leistung (Zinsen + Tilgung) gegen den Darlehensgeber (die Bank).

 

Diese gegenseitigen Ansprüche führen meist zu einer geringeren Restschuld, welche innerhalb von 30 Tagen nach einem erfolgreichen Widerruf zu bezahlen sind.

 

Der erfolgreiche Widerruf bringt somit Einsparung bei den Zinsen mit sich, welche zu einer geringeren Restschuld führen. Der Vertrag ist beendet, ohne hierfür eine teure Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen.

 

Warum endet die Möglichkeit den Widerrufsjoker zu ziehen am 21. Juni 2016?

Für Verbraucherkredit- und Verbraucherdarlehensverträge, welche vor dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden, endet die Frist für den Gebrauch des Widerrufsjokers zum 21. Juni 2016, da zu diesem Termin ein neues Gesetz für Immobilienkredite in Kraft tritt.

 

Wie stehen die Erfolgsaussichten?

Bei Verbraucherkredit- und Verbraucherdarlehensverträgen, welche zwischen November 2002 und Juni 2010 abgeschlossen wurden, sind ca. 80 % der Widerrufsbelehrungen fehlerhaft. Bei einer großen Anzahl von Verträgen gibt es somit gute Erfolgsaussichten den Widerrufsjoker anzuwenden.

 

Zögern sie also nicht Frau Rechtsanwältin Verena Schmidt zur Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten zu kontaktieren.

Anwaltskanzlei Schmidt, Klosterhof 1, 89597 Munderkingen
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